Der Schwarzstorch, zwischen Ostbelgien und Afrika

Vortrag
Beringung und Telemetrie an Jungstörchen liefern wertvolle Daten zur Erfassung der Wanderrouten

Der Schwarzstorch, zwischen Ostbelgien und Afrika

Der Schwarzstorch zählt zu den Relikten der mittelalterlichen Urwälder, die einst größtenteils unser Klimax bildeten. Als noch Bären, Wölfe, Luchse und sogar Wisente Europa besiedelten. Ein Lebensraum, der mehr und mehr vom Menschen im negativen beeinflusst wurde. Auch sorgte der Mensch dafür, dass diese ihm unbequemen oder konkurrierenden Arten ausgerottet wurden. Sogar der Schwarzstorch fiel dieser Sichtweise zum Opfer, sah man in ihm bis ins 19. Jahrhundert hinein doch einen Konkurrenten, der die Bäche und Weiher leer fischte. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das letzte Brutpaar Belgiens in den Ardennen erlegt.

Das Unerwartete ereignete sich gegen Ende der 1980er Jahre, als der Schwarzstorch plötzlich durch eine gelungene Brut in der Nähe von Saint Hubert auf sich aufmerksam machte und dann neben anderen Standorten der Ardennen 1993 auch im Hertogenwald brütete. Mittlerweile ist er alljährlich in den Wäldern Ostbelgiens als Brutvogel – wenn auch sehr selten – wieder heimisch.

Den Winter verbringt der imposante Schreitvogel im fernen Afrika, er nimmt dabei eine Reise von 5000-6000 km in Kauf. Diese Strecke bewältigt er zweimal im Jahr, eine Reise verbunden mit zahllosen Gefahren und Entbehrungen.

AVES-Ostkantone stellt den Schwarzstorch vor, berichtet über seine Lebensweise, seine Habitate, seine Fortpflanzung und Eigenheiten. Auch Gefahrenfaktoren werden angesprochen. Anhand der Beringung und mittlerweile modernster Telemetrie können wichtige Etappen seiner Reise vom Brutgebiet bis hin zu den entfernten afrikanischen Winterquartieren nachvollzogen werden. Diese Reisen begeistern nicht nur Ornithologen und Naturfreunde, viele Geheimnisse des Vogelzuges sind noch nicht gelüftet und gerade auch der Schwarzstorch stellt die Wissenschaft weiterhin vor viele Rätsel.

Gerhard Reuter von AVES-Ostkantone gewährt allen Interessenten einen tiefen Einblick in das gleich diskrete wie auch spektakuläre Leben des Schwarzstorchs. Er spricht über die Entwicklung der Art in der Wallonie und speziell in Ostbelgien. Als Vertreter und Mitarbeiter des Königlichen Institutes der Naturwissenschaften in Brüssel berichtet er über die Beringung, Rückmeldungen beringter Schwarzstörche und die neuesten GPS-Telemetrie-Ergebnisse.

Details

  • Naturführer:
    Gerhard Reuter, Dipl.Ing. und Mitarbeiter des Königlichen Institutes der Naturwissenschaften
  • Anmeldung:
    bis 10.11. um 12 Uhr
  • Preis Erwachsene:
    Die Veranstaltung ist gratis, eine vorherige Anmeldung im Haus Ternell ist aufgrund der begrenzten Anzahl Plätzen erforderlich
  • Treffpunkt:
    Haus Ternell

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